„Eisheilige“ oder „Eismänner“ – das Wetterphänomen im Mai trägt in verschiedenen Gegenden unterschiedliche Namen. In diesem Jahr sind die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai.

Was sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen sind eine in Mitteleuropa auftretende meteorologische Singularität, ähnlich wie die Schafskälte im Juni und dem Altweibersommer im September. Laut altem Volksglaube wird das milde Frühlingswetter erst nach der „kalten Sophie“ am 15. Mai stabil. Ab dann sollte definitiv kein Frost mehr auftreten, der den Pflanzen und somit der Landwirtschaft gefährlich werden könnte. Die Eisheiligen sind nicht nur in der Schweiz, Deutschland oder Österreich bekannt; auch in anderen Ländern in Europa und selbst an der Ostküste der USA sind diese Tage gefürchtet.
Die meteorologische Erklärung für diesen Kälteeinbruch ist folgender: Ab Anfang Mai sind die Temperaturen am europäischen Festland meistens recht hoch. Der Kontinent erwärmt sich sehr rasch, während sich das Meer langsamer erwärmt. So kommt es zu Temperaturdifferenzen zwischen Festland und Ozean: Es entstehen Tiefdruckgebiete. Die Luftmassen verschieben sich, die warmen Luftströmungen des Festlandes ziehen nach Norden. Dadurch werden wiederum eiskalte Luftströmungen aus den Polargebieten nach Mitteleuropa gedrückt. Sind die Nächte zudem sternenklar, kann es teilweise zu Nachtfrost kommen.
Aber Achtung: Statistisch betrachtet ist eher der Zeitraum vom 21. Mai bis 23. Mai anfällig für Frost, also neun Tage später als die Eisheiligen. Diese Wetterstatistik deutet auf die Entstehung der Wetterregel im 13. oder 14. Jahrhundert hin, also 2 bis 3 Jahrhunderte vor der Umstellung auf die gregorianischen Kalenderform.

Eisheiliger Pankratius
Eisheiliger Pankratius

Wer sind die Eisheiligen?

11. Mai: Der heilige Mamertus war ein katholischer Bischof im 5. Jahrhundert, der als umfassend gebildet galt. Der Überlieferung nach soll er öfters Wunder vollbracht haben, wie zum Beispiel Feuerbrunst zu stoppen, Fiebererkrankungen zu heilen oder bei grossen Dürren zu helfen.

12. Mai: Der heilige Pankratius lebte im 3. Jahrhundert und starb als junger Märtyrer der frühen Kirche in Rom. Sein Name bedeutet „Der alles Besiegende“. Mit seinem Schwert und Märtyrerkrone wird er auf Abbildungen häufig in feinen Kleidern oder sogar in einer Ritterausrüstung dargestellt.

13. Mai: Der heilige Servatius war Legenden nach im 4. Jahrhundert Bischof im Gebiet des heutigen Belgiens. Er soll den Hunneneinfall in Europa vorhergesagt haben, der rund 70 Jahre nach seinem Tod tatsächlich stattfand. Seinen Beistand wird üblicherweise bei Fusskrankheiten, Frostschäden und Rattenplagen gebeten.

14. Mai: Der heilige Bonifatius von Tarsus starb anfangs 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei. Aus Empathie zu den verfolgten Christen liess er sich taufen und stand zu seinem neuen Glauben. Nach seiner Hinrichtung wurde seine Leiche nach Rom zurückgebracht. Sein Name bedeutet „der gutes Geschick verheissende“, und auf Abbildungen wird er entweder als Jüngling oder als Greis dargestellt.

15. Mai: Die heilige Sophia von Rom ist die letzte der fünf Eisheiligen. Auch sie starb anfangs 4. Jahrhundert als jungfräuliche Märtyrerin. Die „kalte Sophie“ wird häufig gegen Spätfroste angerufen, um eine dennoch gute Ernte zu erbitten.

Bauernregeln zu den Eisheiligen

  • „Pflanze nie vor der Kalten Sophie. Mamerz hat ein kaltes Herz.“
  • „Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder: Was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder“
  • „Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein“
  • „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“

Schützen Sie Ihre Pflanzen vor dem Kälteeinbruch

  • Empfindliche Kräuter im Topf ins Haus nehmen
  • Zwiebelgewächse und Stiefmütterchen vertragen frostige Temperaturen und müssen daher nicht geschützt werden
  • Sommerblumen wie Geranien vertragen keinen Frost. Schützen Sie diese mit einem Vlies, temporärer Plastikfolie oder an einem geschützten Ort wie z.B. im Haus

Warnungen vor Frost mit Wetter-Alarm

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Bilder: unsplash.com & noe.orf.at