Meist treten Gewitter im Sommer auf und als treue Begleiter folgen mit ihnen Blitze und Donner. Doch wie entstehen diese genau? Und was ist der Unterschied zwischen Blitzen und Wetterleuchten?

Wie entstehen Blitz und Donner?

Feuchte Luft wird im Sommer von der Sonne schnell erwärmt und steigt daher bis in grosse Höhen auf. Mit der Abkühlung dieser Luftmassen entstehen viele mikroskopisch kleine Wassertropfen – es entsteht eine Wolke.

In einer solchen Gewitterwolke herrscht ein grosses Durcheinander: Starke Winde treiben die Wassertröpfchen vor sich her, sie stossen gegeneinander und erhalten infolge des Zusammenprallens eine elektrische Ladung. Dabei steigen die leichteren Teilchen innerhalb der Wolke nach oben und laden sich positiv auf. Die schwereren Teilchen sinken in den unteren Teil der Wolke und laden sich negativ auf.

So entsteht ein starkes elektrisches Spannungsfeld – sowohl in der Wolke selbst, wie auch zwischen der Erdoberfläche und der Wolke. Diese grosse Spannung entlädt sich mit Lichtgeschwindigkeit in einem gigantischen Kurzschluss: Es kommt zum Blitzeinschlag.

Da der Blitz bis zu 30’000 Grad Celsius heiss sein kann, dehnt sich die Luft um ihn herum explosionsartig aus: Es kommt zum Donner.

Eine schematische Darstellung der Entstehung von Blitze und Donner (Quelle: wetteralarm.ch):

entstehung blitz donner schematische darstellung

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Wie weit ist der Blitz entfernt?

Der Donner bewegt sich mit Schallgeschwindigkeit von 330 Meter pro Sekunde fort. Das heisst, er legt in drei Sekunden ungefähr einen Kilometer zurück.

Um zu erfahren wie nah ein Gewitter ist, zählt man die Sekunden zwischen einem Blitz und dem darauffolgenden Donner. Die Anzahl Sekunden durch drei ergibt die ungefähre Distanz des Gewitters in Kilometern zum aktuellen Standort.

Was ist der Unterschied zwischen Blitzen und Wetterleuchten?

Ein Blitz ohne Donner gibt es grundsätzlich nicht. Dennoch kann es vorkommen, dass der Himmel flackert, die dunklen Wolken tief hängen, ein Gewitter weit in der Ferne droht. Den Blitzen folgen jedoch keine Donner, weil das Gewitter zu weit entfernt ist – dieses Phänomen nennt man Wetterleuchten.

Das diffuse Flackern in der Atmosphäre entsteht, weil der Blitz auf seinem Weg zum Erdboden die umliegenden Wolken beleuchtet. Solche Lichtreflektionen sind auch bemerkbar, wenn die elektrischen Ladungen innerhalb der Wolke aufflammen: Die Wassertröpfchen und Eiskristalle streuen und reflektieren das Blitzlicht.

Bei Gewitter kann es auch vorkommen, dass Hagel als Niederschlagsform fällt – doch wie entstehen eigentlich Hagelkörner?

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Wie schützt man sich vor Blitzen?

Gewitter mit Blitzeinschlägen können Schäden verursachen, sei es am Gebäude oder im Garten. Die Blitze sind auch für Verkehrsteilnehmer und sowie Personen und Tiere, welche sich draussen aufhalten, eine Gefahr. Wie schützt man sich am besten vor ihnen?

  • Installieren Sie am Gebäude ein Blitzschutzsystem. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gebäudeversicherung, häufig erhalten Sie eine finanzielle Unterstützung dafür.
  • Vor Gewitteranfang sollten Sie die Sonnen- und Lamellenstoren einziehen.
  • Stellen Sie Ihr Auto unter einen Unterstand oder in eine Garage. Blitze können die elektrische Einrichtung ihres Fahrzeugs beschädigen.
  • Verhindern Sie elektrische Überspannungen indem Sie elektrische Geräte im Haushalt ausschalten und vom Netz nehmen.
  • Sind Sie während eines Gewitters in einem Auto unterwegs, bleiben Sie besser im Fahrzeug: Das Auto wirkt wie ein Faradayscher Käfig und schirmt Sie entsprechend ab.
  • Gewitter bilden sich in der Regel sehr rasch, insbesondere beim Bergwetter: Für Wanderungen sollten Sie die Routen im Vorfeld gut planen und auch Alternativrouten mitplanen, die im Fall eines Gewitters genommen werden können.
  • Entfernen Sie sich bei Bergtouren von exponierten Lagen wie Gipfeln, Kuppen, Grate, steile Grashänge oder Klettersteige. Auch freistehende elektrische Masten oder Aussichtstürme sollten gemieden werden.
  • Einzelne Bäume, Sträucher, Waldränder, Bäche oder exponierte Geländeerhebungen sollten gemieden werden.
  • Suchen Sie eine vertiefte Stelle im Gelände und gehen Sie in die Hocke. Stellen Sie dabei die Füsse eng nebeneinander und vermeiden Sie eine sogenannte Schrittspannung.
  • Verlassen Sie beim Baden unverzüglich das Gewässer.
  • Suchen Sie Schutz in einem Gebäude mit geschlossenen Fenstern und Türen. Offene Unterstände oder Zelte bieten zu wenig Schutz.

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Bildquellen:

  • wetteralarm.ch
  • unsplash.com