«Extrem-Sommer», «gefährliche Hitzewelle» oder «grosse Dürre mit Waldbrandgefahr» – solche Meldungen sorgten am Wochenende in den Medien für Aufruhr. Doch eine zuverlässige Vorhersage für die Schweiz auf einen so langen Zeitraum gleicht einem Blick in eine Glaskugel und ist mit grösster Skepsis zu geniessen.

Meldung aus den USA: Ein Sommer der Extreme für Europa

Laut dem privaten amerikanischen Wetterdienst Accuweather droht Europa im Jahr 2019 ein Sommer der Extreme. An viele Orten auf dem europäischen Kontinent würden die Temperaturen während den Sommermonate zwischen 35° und 40° C klettern, was zu Hitzewellen, Dürren und hohe Waldbrandgefahr führen werde. Die Schweiz werde dabei in einem Gebiet mit hoher Waldbrandgefahr und Hitzeperioden liegen. Insgesamt solle diese Hitzewelle schlimmer als im Jahr 2018 werden.

Eine eher düstere Prognose für die europäische Natur, die regional nach wie vor unter den Folgen des Sommers 2018 leidet.

Viele Schweizer und europäischen Medien verbreiteten diese Meldung überstürzt. Denn: Ein solcher Prognosebericht sollte immer mit grösster Vorsicht genossen werden. Insbesondere wenn die wissenschaftliche Grundlage innerhalb vom Bericht nirgendwo erwähnt wird.

Sommer 2019 in der Schweiz: Keine zuverlässigen Prognosen möglich

Eine solche saisonale Voraussage ist immer mit einer grossen Unsicherheit verbunden. Die Mehrheit der Meteorologen sind der Meinung, dass Tagesprognosen, die weiter als 10 Tage in der Zukunft liegen, nahezu nutzlos sind.

Wie es Daniela Domeisan, Professorin am Institut für Atmosphäre und Klima an der ETH Zürich, gegenüber der NZZ am 27.05.2019 ausdrückt: «Für den Sommer 2019 können wir zurzeit noch keine zuverlässige Prognose machen. Wir müssen abwarten, welche Wetterlage die Atmosphäre im Sommer produziert.» Ob ein Sommer über einen längeren Zeitraum eher trocken oder nass ausfalle, sei meist nur kurzfristig in einer Zeitskala von mehreren Tagen vorhersagbar. Laut der Klimaforscherin Domeisan sind jedoch zuverlässige Wettervorhersagen auf grössere Zeitskalen als fünf bis sieben Tagen mit den aktuellen Modellen nicht zu erwarten.

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Warmer Sommer dennoch möglich

Trotz den Apokalypse ähnlichen Warnungen aus den USA: Hitzewellen dürften in Europa langfristig betrachtet dennoch häufiger vorkommen. Hier muss man nämlich eine klare Unterscheidung zwischen Wettermodellen und Klimawandel vornehmen: Letztere lassen Prognosen darüber, wie sich künftige Sommer entwickeln werden, über einen längeren Zeitraum zu.

So kann der Sommer 2019 in der Schweiz durchaus warm ausfallen. Verschiedene Meteo-Schweiz-Berichte (siehe Sommer 2015 & Sommer 2018) zeigen auf, dass Hitzewellen in den letzten Jahrzehnten zum festen Bestandteil des Schweizer Klimas geworden sind. Und auch die  saisonalen Modellen berichten von Wahrscheinlichkeiten bei 45 bis 50 Prozent, dass die Sommertemperatur über dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre bewege. Aber wie es Frau Domeisen betont: «Der Klimawandel allein bedeutet noch nicht, dass jeder Sommer ein Hitzesommer wird.»

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