Hochwasser in der Schweiz: Prävention, Warnungen und Hochwasserschutz

Die Schweiz ist von Seen, Flüssen und Bächen durchzogen. Bei Schneeschmelze und starken Niederschlägen kommt es fast jährlich zu Hochwassern und Überschwemmungen. Ein Überblick zum Hochwasserschutz.

Hochwasser am Rhein in Basel

Hochwassergefährdete Gebiete

Die Aufzeichnungen zeigen, dass die meisten Gebiete in der Schweiz auch in Zukunft von Hochwasser betroffen sein könnten. Dabei stellt sich die Frage, welche Gebiete dabei besonders betroffen sind und ob sich Ihr aktuelles Zuhause oder künftiges Zuhause in einem solchen Gebiet befindet.

Hierzu eignet sich ein Blick auf die Gewässerabflusskarte der Schweiz. Diese zeigt auf, in welchen Gebieten das Wasser wie abfliesst oder sich allenfalls anstaut. Diese Eigenschaft gilt es insbesondere bei Neubauten aber auch Sanierungen zu beachten. Zudem eignet sich der Blick auf die Karte um sich auf eventuell mögliche zukünftige Ereignisse vorzubereiten.

 

Nebst der Abflusskarte bietet auch der Schadenssimulator einen Überblick über die aktuellen und künftigen Schadensrisiken pro Gemeinde in der Schweiz.

Hochwasserschutz in der Schweiz

Wie grosse Unwetter in der Vergangenheit gezeigt haben, ist das Thema Hochwasser ein immer wiederkehrendes Thema in der Schweiz. Und damit auch der Hochwasserschutz, welcher aktiv vorangetrieben wird um solche Ereignisse in Zukunft zu verhindern bzw. zu minimieren. Diese werden sowohl durch bauliche Massnahmen an den Gewässern als auch an Gebäuden umgesetzt. Davon sind in der Schweiz bis heute unzählige umgesetzt worden. Nachfolgend zwei Beispiele:

Juragewässerkorrektion

So wurde beispielsweise mit der 1. Juragewässerkorrektion bereits 1868 und mit der 2. Korrektion bis 1973 grosse bauliche Massnahme umgesetzt um den Murten-, Neuenburger- und Bielersee besser miteinander zu verbinden und den Abfluss mit dem Nidau-Bürenkanal zu optimieren. Damit konnte das Seeland und insbesondere die Regionen in der Seenähe permanent trockengelegt und vor Überschwemmungen geschützt werden.

Hochwasserschutz in Brienz

In Brienz wurde nach dem Hochwasser ein weiteres bauliches Projekt umgesetzt, welches als Beispiel dient, wie die Schweiz im Umgang mit Hochwassern vorgeht. Es wurde erkannt, dass bei grossen Regenmassen der Milibach nicht in der Lage ist die grossen Wassermengen sowie das mitgerissene Schwemmholz und den Schutt abführen kann. Um dies zu korrigieren wurde ein Geschiebesammler oberhalb des Dorfes gebaut. Dieser sammelt das Wasser und kann es kontrolliert in den künstlich angelegten Wasserlauf fliessen lassen. Zudem wurden durch weitere bauliche Massnahmen die Abflusskapazität erhöht und durch eine Ufererhöhung zudem betroffene Gebiete besser geschützt. 
Solcher Beispiele, wo ganze Regionen und Täler abgesichert wurden, lassen sich unzählige in der gesamten Schweiz finden. Aber auch an Gebäuden werden bauliche Massnahmen getroffen um überflutete Keller und damit grosse Gebäudeschäden zu vermeiden.
Strategien zum Schutz von Gebäuden bei Seehochwassern
Strategien zum Schutz vor Überschwemmungen bei Oberflächenabfluss

Hochwasserwarnungen von Wetter-Alarm

Die Hochwasserkarte informiert über die aktuell geltenden Gefahrenstufen von Fliessgewässern und Seen in der Schweiz. Zusätzlich zu den Warnungen werden Verhaltensempfehlungen angezeigt, um sich, sowie das eigene Hab und Gut, bestmöglich zu schützten. Die Hochwassergefahr wird in 4 Gefahrenstufen (Fliessgewässer) resp. 3 Gefahrenstufen (Seen) eingeteilt.

Auf der Unwetterkarte von Wetter-Alarm wird eine Zusammenfassung der weiteren sechs Unwettergefahren angezeigt. Die Schweiz (inkl. Liechtenstein) ist dabei in 172 Warnregionen aufgeteilt. Die dreiteilige Skala orientiert sich am Schadenspotenzial des Unwetters. Unwetterwarnungen erfolgen für Gewitter und Hagel, Starkniederschlag, Starkschneefall, Eisglätte, Windsturm und Frost.

 

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