Der Herbst steht vor der Tür: Ein idealer Zeitpunkt für einen Rückblick zum abwechslungsreichen Sommer 2019 in der Schweiz, der im Zeichen zweier Hitzewellen stand.

Zwei Hitzewellen führen zu einem heissen Sommer

Der Sommer 2019 wird als drittheissester Sommer seit Messbeginn in die Geschichte eingehen, ganz ähnlich wie die Sommermonate aus dem Jahr 2015, 2017 und 2018. Lediglich der Hitzesommer 2003 zeigte sich wesentlich heisser.

Somit ist der Sommer 2019 der vierte heisse Sommer in kurzer Folge, der das landesweite Temperaturmittel von 15°C überstieg. Diese markante Zunahme der Sommerwärme ist eines der klaren Signale der laufenden Klimaerwärmung.

Im Gegensatz zum Sommer des Vorjahres brachte der diesjährige Sommer aber in vielen Gebieten der Schweiz deutlich mehr Niederschlag. Aus diesem Grund kann auch von einem abwechslungsreichen Sommer 2019 gesprochen werden.

Der zweitheisseste Juni & der sechstwärmste Juli seit Messbeginn

Die grösste Hitze des Sommers 2019 entwickelte sich in den Monaten Juni und Juli mit zwei grossen Hitzewellen:

Vom 25. Juni bis 01. Juli 2019 legte sich eine siebentägige Hitzeperiode über die Schweiz, mit vielerorts Tagestemperaturen deutlich über 30 Grad, die auch nachtsüber nicht unter 25 Grad sanken.

Die zweite Hitzewelle folgte dann im letzten Julidrittel und erreichte eine mittlere Maximaltemperatur von zwischen 32 und 34 Grad.

Die Temperatur der Juni-Juli Periode stieg mit einem landesweiten Mittel von 15,7 °C auf den zweithöchsten Wert seit Messbeginn 1864.

Die Warnungen von Wetter-Alarm zum nachlesen: Hitzewarnung: Eine Hitzewelle erfasst die Schweiz

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Absolute Hitzerekorde an einzelnen Messstationen

Die Julihitze brachte an einzelnen Messstandorten neue absolute Rekorde; zum Teil sogar mehrfach innerhalb eines Monats. So erreichten Scuol (33,3° C) oder Koppigen (36,5° C) im Juni Temperaturen, die im Juli bereits wieder überboten wurden.

Buchs / Aarau24.07.201937,0° CJahr 2003: 36,7° C
Koppigen25.07.201936,8° CJahr 2003: 36,4° C
Le Moléson25.07.201927,2° CJahr 1983: 25,8° C
Scuol24.07.201933,8° CJahr 2003: 33,1° C
Sion24.07.201938,0° CJahr 2003: 37,8° C

Quelle: MeteoSchweiz

Niederschlagsreicher August führt zur Abwechslung

Der August 2019 war im landesweiten Durchschnitt ähnlich warm wie der Juni 2019 – eine Hitzewelle blieb jedoch aus. Die oft wechselhaften Wetterlagen brachten wiederholt Gewitter und Fronten. So wurden einige Regionen von heftigen Regenfällen getroffen und die Temperatur war periodisch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Und dennoch schaffte der niederschlagsreiche August 2019 mit seinen Hitzetagen unter die 15 wärmsten August-Monate seit Messebeginn im Jahr 1864.

Eine erste dreitägige Niederschlagsphase (ab dem 5. August) brachte an einigen Messstandorten in der Nordostschweiz um die 60 mm Niederschlag: An Messstationen in der Region kommen solche 3-Tages-Regensummen etwa alle 1 bis 3 Jahre vor. Auch das Gewitter vom 9. und 10. August brachte im Schweizer Mittelland grosse Regenmengen von 10 bis 40 mm.

Heftigere Regenfälle wurden am 11. und 12. August gemessen: In der unteren Leventina zum Beispiel fielen Regenmengen von 120 mm.

Ein neuer zwei Tages Niederschlagsrekord gab es sogar in Arosa: Innerhalb von 48 Stunden fiel hier 160 mm Niederschlag – der erste Messwert von über 150 mm in der langen Geschichte dieser Bündner Wetterstation.

Dank eines Ausläufers eines Azorenhochs folgte Mitte August ruhigeres Wetter mit sommerlichen Temperaturen – inkl. Temperaturen von über 30° C am 18. August am Genfersee, im Unterwallis und im Rheintal zwischen Chur und Bodensee.

Zwischen dem 18. und 20. August folgten jedoch in verschiedenen Regionen der Schweiz heftige Gewitter in Folge einer Kaltfront. Im Waadtland gab es stellenweise 110 mm Niederschlag innerhalb von 72 Stunden – eine Regenmenge, die alle 50 bis 100 Jahren zu erwarten ist. Und gewisse Tagessummen eines einzelnen Tages überschritten im Tessin sogar die 85 mm Marke!

Sommerliches Augustende zur Versöhnung

Auf der Alpennordseite beruhigte sich das Wetter auf Monatsende nach den turbulenten Gewittertagen. In den Alpen und auf der Alpensüdseite blieben Schauer und Gewitter bis am 24. August wetterbestimmend. Das Hoch vom 25. August brachte zu Monatsende den Sommer zurück in die ganze Schweiz, mit Höchstwerten um die 28 Grad – regional sogar über 30 Grad.

Ein versöhnliches Augustende, der mit grosser Vorfreude den kommenden Herbst starten lässt.

 

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