Aktuell: Hochwasser- und Gewittergefahr

Gewitter, Starkregen und Niederschläge aus den vergangenen Wochen lassen viele Gewässer über die Ufer treten. Teilweise besteht sehr grosse Gefahr infolge Überschwemmungen.

Überfluteter Fahrrad- und Fussgängerweg bei Hochwasser

Auf Sonnenschein folgen Gewitter

Stand 23.07.2021

Das Wochenende und der Start in die neue Woche verliefen trocken. Aktuell herrschen sommerliche Temperatur nahe der 30 °C-Marke. Bis und mit heute Freitag (23.7.) bleibt das sommerliche Wetter bestehen und die Gewässerpegel können sich stabilisieren.. Am Samstag (24.7.) und in der Nacht auf Sonntag zieht eine Gewitterfront über der Schweiz auf. Es werden kräftige Gewitter mit Sturmböen und Hagel erwartet. Die Unwettergefahr ist insbesondere im Jura, dem Mittelland, in den Voralpen und im Tessin erhöht.

Massive Überschwemmungen in der Schweiz

Die vergangenen Wochen waren unwettergeprägt und die Böden sind bereits gesättigt. Der intensive Dauerregen in weiten Teilen der Schweiz der vergangenen Tage hat bis heute Seen und diverse Fliessgewässer über die Ufer treten lassen. Bei diversen Gewässern herrscht teilweise Ausnahmesituation mit der höchsten Gefahrenstufe. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat folgende Hochwasserwarnung erlassen:

Grosse Gefahr (Stufe 4 von 5)

  • Bielersee
  • Neuenburgersee
  • Aare: Vom Bielersee bis Mündung Emme

Erhebliche Gefahr (Stufe 3 von 5)

  • Murtensee
  • Broyekanal
  • Zihlkanal

Stets aktuelle Hochwasserwarnungen sind auf der Hochwasserkarte in der Wetter-Alarm App ersichtlich. Bitte beachten Sie unbedingt auch die Verhaltensempfehlungen.

Hochwasserkarte vom 21.07.2021
Hochwasserkarte aus der Wetter-Alarm App vom 22.07.2021 12:20 Uhr.

Verlauf Tief "Bernd"

Stand 18.7.2021

Das Tief "Bernd" bringt diese Woche (12.7. - 18.7.2021) Gewitter und Starkregen mit sich. Schweizweit treten aktuell Flüsse über die Ufer, diverse Seen erreichen die höchste, dunkelrote Gefahrenstufe. Es besteht somit sehr grosse Gefahr vor Schäden. Die Wasserhöchststände werden gemäss BAFU allerdings erst am kommenden Wochenende erwartet. Zur Zeit kämpfen viele Regionen in der Schweiz mit Überschwemmungen, Erdrutschen und hohen Wasserpegeln. Einsatzkräfte errichten Wassersperren, diverse Strassen- und Bahnabschnitte sind gesperrt, vom Hochwasser bedrohte Anwohnende werden evakuiert. Erinnerungen an das Hochwasser im Jahr 2005 werden wach.

Details Tagesverlauf

Am Montagabend (12.7.) kam es in der Schweiz zu starken Gewittern mit Sturmböen. Insbesondere im Raum Zürich gab es Starkniederschläge mit grossen Schadensfolge. So wurden beispielsweise in Waldegg ZH innerthalb von 10 Minuten 31.1 Millimeter Regen, also über 30 Liter pro Quadratmeter, registriert.

Auch am Dienstag (13.7.) zog das Unwetter mit kräftigen Gewittern, Hagel und Sturmböen über die Schweiz. Infolge der starken Niederschläge gab es Erdrutsche und Murgänge. Insbesondere das Tessin war von starken Niederschlägen und Sturmböen mit Schadensfolge betroffen. Die A2 sowie der Gotthardtunnel waren am Dienstag wegen Überflutungen für eine lange Zeit gesperrt. 

Am Mittwoch (14.7.) hat das Tief Bernd am Morgen eine kurze Verschnaufspause eingelegt. Vereinzelt hat sich sogar die Sonne gezeigt. Gegen Nachmittag und am Abend kam der Regen aber wieder zurürck. Jedoch nicht in diesem Ausmass wie die vergangenen beiden Tage. Die Gewittergefahr hat mittlerweile nachgelassen.

Am Donnerstag (15.7.) kam es am Morgen in vielen Teilen der Schweiz zu Starkregen. Tagsüber regnete es auf der Alpennordseite weiter und damit in den Einzugsgebieten von diversen überfluteten Seen. 

Das Tief "Bernd" brachte auch am Freitag (16.7) wieder Regen mit sich. Jedoch mit grossen regionalen Unterschieden. Die Niederschläge variierten lokal stark. So kam es lokal zu Regen mit Blitz und Donner. 

Überflutete Limmat in Zürich am 11.7.2021
Hoher Wasserpegel der Limmat (11.07.2021 11:50 Uhr)
Hochwasserkarte vom 16.07.2021
Hochwasserkarte aus der Wetter-Alarm App vom 16.07.2021 16:00 Uhr.
Überflutete Aare in Bern am 11.7.2021
Hoher Wasserpegel der Aare in Bern (11.07.2021 11:40 Uhr)

Präventionstipps bei Starkregen und Hochwassergefahr

Um kurzfristig bei Unwetterwarnungen reagieren zu können, gibt es einfache Präventionstipps von Wetter-Alarm die unter Umständen helfen können Schäden zu minimieren und auf die Ereignisse etwas besser vorbereitet zu sein. 

Historische Hochwasser in der Schweiz

Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas. Die vier grössten Flüsse Europas, Rhein, Rhone, Ticino (Po) und Inn (Donau) entspringen in der Schweiz. Mit über 1'500 Seen und 1'000 Mal mehr Bächen und Flüssen ist das gesamte Land von Wasseradern überzogen. 60 Prozent der Landesfläche nehmen die Alpen ein und treiben mit Gletschern und Schneeschmelzen unzählige Liter an Wasser in die Gewässer. Zusammen mit starken Regenfällen kann die Schweiz zeitweise mit Wasser überflutet werden. Diese grossen Wassermassen, welche innerhalb kürzester Zeit durch die Gewässer fliessen, führen zu Überschwemmungen und Hochwassergefahr, insbesondere Gewässernähe.

Wasserabfluss, Murgänge und Hochwasser sind Dauerthemen in der Schweiz. Auch im Jahr 2020 kam es insbesondere im Tessin, Glarnerland und im Bündnerland zu Überschwemmungen. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass es fast jährlich in unterschiedlichen Gebieten der Schweiz zu solchen Vorfällen kommt. Rückblickend zeigen sich fünf Ereignisse aus der näheren Vergangenheit als grosse Unwetterkatastrophen im Zusammenhang mit Hochwasser:

 

Die aktuelle Unwetterkarte der Schweiz sowie Detailprognosen zu Ihrem Standort oder Favoriten finden Sie in der Wetter-Alarm App.

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