Waldbrandgefahr & Feuerverbote in der Schweiz

Nach längeren Phasen ohne Niederschlag mit starker Trockenheit steigt das Risiko für Waldbrände in der Schweiz. Wie hoch ist die Waldbrandgefahr in der Schweiz? Wo herrschen Feuerverbote? Was ist ein Waldbrand und wie entstehen diese?

Feuer und Glut einer Feuerstelle

Waldbrandgefahr: Vorsicht ist geboten!

Wenig Niederschlag und grosse Trockenheit bergen Gefahren: Ein kleiner Feuerfunke kann schnell zum Risikofaktor werden. Aus diesem Grund erlassen die einzelnen Kantone und Gemeinden je nach Trockenheitszustand und Waldbrandgefahr verschiedene Stufen von Feuerverboten:

  • Absolutes Feuerverbot im Freien
  • Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe
  • Bedingtes Feuerverbot im Wald, in Waldesnähe und allgemein im Freien
  • Mahnung zu sorgfältigem Umgang mit Feuer
  • Keine Massnahmen in Kraft

Mit dem absoluten Feuerverbot gilt die höchste Gefahrenstufe: Es ist damit grundsätzlich verboten im Freien Feuer zu entfachten. Dabei dürfen jegliche Feuerstellen nicht benützt werden, genau so wenig wie Feuerschalen, Holzkohle- und Einweggrills, Cheminées oder Kerzen.
Auch Raucher sind zu grösster Vorsicht angehalten: Brennende Zigaretten, weitere Raucherwaren oder Streichhölzer sollten nicht weggeworfen werden!

Waldbrand - Wetter-Alarm
Waldbrandgefahr

Wann ist die Waldbrandgefahr am höchsten?

Bei längeren Trockenperioden und bei starker Föhnlage, insbesondere in den Monaten März bis Oktober, ist die Gefahr von Waldbränden erhöht. Nadelwälder sind von der Waldbrandgefahr häufiger betroffen als Mischwälder mit Laubbäumen.

Aktuelle Lage in der Schweiz

Quelle: waldbrandgefahr.ch & Kantonale Gebäudeversicherungen
(aktualisiert am 17.06.2022)

Wie entstehen Waldbrände?

Die Entstehung von Waldbränden ist natürlicher und menschlicher Natur. Die häufigste natürliche Quelle für Waldbrände sind Blitzeinschläge. Blitzeinschläge auf trockenes Holz oder Gras können Bodenfeuer auslösen.

Mehr als 60 Prozent der Bodenfeuer und Waldbrände entstehen aber durch Menschen. Häufig infolge der Unachtsamkeit im Umgang mit der Trockenheit und dem Feuer im Freien. Die von Menschenhand verursachten Brände können wie folgt kategorisiert werden:

Vorsätzlich gelegte Brände

  • Brandstiftung

Fahrlässig gelegte Brände

  • Ungenügend gelöschte Feuerstellen
  • Weggeworfene Tabakwaren 
  • Mit Feuer spielen im Freien
  • Land- und Waldwirtschaft (verbrennen von Holzabfällen oder Stroh)
  • Militär (durch Schiessübungen)

Technische Ursachen

  • Funkenwurf im Zusammenhang mit Eisenbahnen
  • Brand von elektrischen Leitungen

Verhaltensregeln im Umgang mit Feuer

Da die Entstehung der Waldbrände zu einem grossen Teil auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind, gelten folgende Verhaltensregeln beim Feuern im Freien:

  • Sich über die lokale Gefahrensituation informieren, wenn man im Freien ein Feuer machen will.
  • Feuerverbote unbedingt einhalten!
  • Informationen aus Internet, Radio und Fernsehen sowie in Zeitungen beachten.
  • Brennende Zigaretten und Zündhölzer nie wegwerfen.
  • Beim Grillieren festeingerichtete Feuerstellen verwenden.
  • Feuer laufend überwachen und allfälligen Funkenwurf sofort löschen.
  • Grill-/Feuerstellen und deren Umgebung nur im absolut gelöschten Zustand verlassen.
  • Bei starken und böigen Winden auf Feuer im Freien unbedingt verzichten.
  • Feuerwerkskörper nur an Orten mit ausdrücklicher Bewilligung der Standortgemeinde abfeuern.

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Welche Arten von Waldbränden gibt es?

Bodenfeuer (Lauffeuer)

Fast jeder Waldbrand beginnt mit einem Bodenfeuer, meist durch Tabakresten, Grillfeuer oder das Abbrennen von Feldern. Die Ausbreitung des Feuers ist stark vom Gelände und den Windbedingungen abhängig. Die Flammen könnnen eine Höhe von einem halben Meter erreichen und vernichten die Bodenvegetation.

Erdfeuer

Entsteht leicht, wenn der Waldboden mit Laub bedeckt ist. Es handelt sich um Schwelbrände am Boden mit den schlimmstmöglichen Auswirkungen, das sie die Wurzeln der Bäume zerstören.

Kronenfeuer

Entsteht, wenn sich der Brand vom Waldboden auf die Baumkronen ausbreitet. Das Kronenfeuer kann sich schneller als das Bodenfeuer bewegen und neue Bodenfeuer entfachen.

Vollfeuer

Wird der Waldbrand genannt, wenn gleichzeitig Boden- und Kronenfeuer wüten.

Flugfeuer

Bei einem Flugfeuer werden brennende Pflanzenpartikel über den Wind hinaustraunsportiert. Diese verursachen in einem anderen Waldgebiet neue Brandherde.

Verhalten bei einem Waldbrand

Bei einem kleineren Funkenflug mit Brandstellen auf den Boden kann mit festem Schuhwerk die Glut einfach ausgetreten werden. Entwickelt sich ein grösseres Feuer oder wird ein grösseres Feuer in der Umgebung entdeckt, sollte schnellstmöglich die Feuerwehr alarmiert werden. Falls möglich, bleiben Sie in der Nähe des Feuers um die Einsatzkräfte einzuweisen. Der Wind treibt das Feuer an. Dabei gilt die Grundregel, möglichst nie entgegen der Windrichtung laufen.

Wie werden Waldbrände gelöscht?

Waldbrände können sich sehr schnell grossflächig ausbreiten. Die Bekämpfung des Brandes wir dabei zunehmend schwierig. Das Löschen mit Feuerspritzen reicht häufig nicht aus. Eine weitere Schwierigkeit ist, genügend Wassermengen zum Löschen in teilweise abgelegenere Regionen zu transportieren. Hierbei stossen Löschfahrzeuge häufig an ihre Grenzen. Um grossflächige Waldbrände zu bekämpfen kommen Löschflugzeuge bzw. -helikopter zum Einsatz. Diese können grosse Wassermengen aus der Luft abwerfen. Ergänzt mit chemischen Zusätzen kann die Brandbekämpfung verbessert werden.

Mit Feuerschneisen werden Brände ebenfalls eingedämmt. Durch das absichtliche Roden von Waldstreifen wird versucht, dem Feuer weiteres Brennmaterial zu entziehen. Kann sich das Feuer nicht mehr auf weitere Bäume ausweiten, kann die Ausdehnung des Waldbrands entschleunigt werden.

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