Wetter an Weihnachten: Weisser Winterzauber oder grüne Tage im Flachland?

Wie gut stehen die Chancen auf Schnee im Flachland und wie oft trifft dieser Winterzauber im Flachland tatsächlich zu? Wir blicken auf die kommenden Feiertage und wagen eine Prognose.

Weisse Tannen im Winter

Weihnachten 2021: Die Prognosen

Gibt es in diesem Jahr weisse Weihnachten im Flachland oder nicht?. Leider werden die Weihnachtstage mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr grün ausfallen.

Die vergangenen Tage herrschte in der Schweiz trockenes Winterwetter. Das Hochdruckgebiet der vergangenen Woche verzieht sich allmählich und ein Tiefdruckgebiet zieht vom Atlantik her über die Schweiz. Damit zeichnet sich der erste Niederschlag für Freitag, den 24. Dezember, ab. Dabei handelt es sich in tieferen Lagen um Regen. Im Verlauf des Freitagnachmittags zieht aus Westen der Regen über die Schweiz. Die Schneefallgrenze steigt gegen Abend auf 1'400 bis 1'900 Meter.

Am Weihnachtstag, 25.12.2021, und am darauffolgenden Stephanstag sind weitere Regenschauer im Flachland zu erwarten. Mit Temperaturen zwischen 6 und 10 Grad sind weisse Weihnachten im Flachland sehr unwahrscheinlich. Mit einer Schneefallgrenze im Norden zwischen 1'300 Meter und 1'800 Meter sowie im Süden zwischen 900 und 1'400 Meter werden es eher grüne Weihnachten.

Webcambild Kronberg Dez 2021
Webcam Kronburg (03.12.2021).

Weisse Weihnachten eine Seltenheit?

Leider ja. Weisse Weihnachten in tiefen Lagen ist eine Seltenheit. Statistisch gesehen gibt es nur alle vier Jahre durchgehend weisse Weihnachtstage. Die Wahrscheinlichkeit auf Schneefall an einem der drei Weihnachtstage liegt beispielsweise in Bern bei ca. 40 Prozent.

Deutlich häufiger tritt das Weihnachtstauwetter in der Schweiz auf. Mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit steigen zu Weihnachten die Temperaturen und allfälliger Schnee schmilzt oder wird weggeschwemmt.

Der Wetterverlauf im Dezember hat seit Jahren System. Gegen Ende November ist in Nordskandinavien die Polarnacht, während dieses Zeitraums ist die Sonne mehrere Tage bis Monate nicht direkt zu sehen. Während dieser Zeit strömt eisige Luft aus Norden in Richtung Mitteleuropa und bringt in der Schweiz meist Schneefall bis in tiefe Lagen. Während es in der Schweiz schneit, bildet sich in der Regel ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, welches dann im Verlauf der Weihnachtstage für wärmere Luft über der Schweiz sorgt. Es kommt zu einem Wärmeeinbruch und zu Tauwetter, dem Weihnachtstauwetter. Die Schneefallgrenze steigt in folge des Wärmeeinbruchs jeweils bis auf über 1'500 Meter.

Seit 2010 gab es in der Schweiz keine Weihnachten ohne das klassische Weihnachtstauwetter. Sowohl 2010 als auch 2011 schmolz in tiefen Lagen der Schnee unmittelbar vor Weihnachten weg. Auch wurden in der Vergangenheit im Flachland Temperaturen von bis zu 17 Grad am Weihnachtstag gemessen. Insbesondere in den Jahren 2013 und 2015 wurden in Basel solch milde Temperaturen registriert. Auch in höheren Lagen gab es in der Vergangenheit milde Weihnachtstage, so zum Beispiel am Weihnachtsnachmittag im Berner Oberland in den Jahren 2017 und 2018.

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